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Samstag04 Dezember 2021

Persönliches Wachstum

Sachbezogenheit und Emotionen - Schulkind

Zutritt zu den emotionellen Rückmeldungen des Schulkindes geben Interviews (das Schulkind ist sprachlich zumal viel geschickt er als das Kleinkind), schriftliche Aussagen und Zeichnungen, anschließend ebenso Persönlichkeitsuntersuchungen und soziometrische Methoden.

Kennzeichnend für die gefühlsmäßige Verwirklichung des Schulkindes ist die zunehmende Wahrnehmung der eigenen Emotionen und eine stärkere Sachbezogenheit (zu Menschen, Geschehnissen usw.).

Gefühle mögen nunmehrig verbal, nicht mehr größtenteils mimisch ausgedrückt werden. Einen eindrucksvoll großen Raum nehmen Beklemmungs- und Unlustemotionen im Erleben des Schulkindes ein.

Am bedeutsamsten ist offenbar die Schulangst. Sie ist bei Mädchen öfters denn bei Jungen, bei jüngeren Kindern öfter als bei älteren, bei weniger intelligenten öfter als bei intelligenten zu identifizieren; exzeptionell üblich ist sie bei den Proletariatskindern und in Verknüpfung mit unterlegener Schulleistung.

Sie wird vermittels eines autoritären Führungsstils des Lehrers, mittels einer rigorosen Grundeinstellung der Erziehungsberechtigten und angesichts des Leistungsdrucks der Schule initiiert. Systematische Ermutigung trägt viel zur Minderung bei.

Hingegen ebenso unlogische Ängste (vor der Dunkelheit, vor Geistern et cetera) und Angstgefühle vor dem Tod erscheinen. Sie stehen wahrscheinlich in enger Wechselbeziehung mit Schuldemotionen des Kindes vis-à-vis nicht oder seiner Ansicht nach nicht hinreichend erfüllten Erwartungen der Eltern, die es seit dem Augenblick frühester Kindheit her verinnerlicht hat.

Im Schulkindlebensalter wird die eigene Genderrolle verinnerlicht; das Verhalten, die Anteilnahme und ebenso die intellektuellen Betätigungen bekommen nun eine den sozialen Richtlinien über das Funktionsbild adäquate Richtung (Mädchen betätigen sich eher in musischer Richtung, Jungen realisieren technische Interessen;

Mädchen sind adaptationsbereiter, Jungen streitlustiger usw.). Die Identifizierung mit der Genderrolle erfolgt vorerst über den gleichgeschlechtlichen Erziehungsberechtigten, als nächstes ebenfalls über die Identifikation mit anderen Relationspersonen (Pädagogen, Protagonisten usw.).