Aktuelle Seite: Home Leadership Im Schulkindalter wird die eigene Geschlechtsrolle verinnerlicht;

Sonntag16 Januar 2022

Leadership Skills

Im Schulkindalter wird die eigene Geschlechtsrolle verinnerlicht;

Zugang zu den emotionalen Erwiderungen des Schulkindes verschaffen Erhebungen (das Schulkind ist linguistisch zumal viel gewandt er als das Kleinkind), schriftliche Aussagen und Zeichnungen, hernach gleichfalls Persönlichkeitserprobungen und soziometrische Routinen. Kennzeichnend für die affektive Entfaltung des Schulkindes ist die kumulative Klarsicht der eigenen Emotionen und eine stärkere Sachbezogenheit (zu Menschen, Ereignissen usw.). Emotionen mögen nachgerade verbal,

nicht mehr vornehmlich mimisch formuliert werden. Einen frappierend großen Raum nehmen Beklommenheits- und Unlustgefühle im Erleben des Schulkindes ein.

Am elementarsten ist vermutlich die Schulangst. Sie ist bei Mädchen öfters denn bei Jungen, bei jüngeren Kindern öfters als bei älteren, bei minder intelligenten öfters als bei intelligenten zu finden; außerordentlich üblich ist sie bei den Proletariatskindern und in Verknüpfung mit schlechter Schulleistung. Sie wird infolge eines herrischen Führungsstils des Lehrers, vermöge einer rigorosen Haltung der Erziehungsberechtigten und vermittels des Leistungsdrucks der Schule herbeigeführt. Planmäßige Ermunterung trägt reichlich zur Reduktion bei.

Freilich gleichfalls vernunftwidrige Ängste (vor der Dunkelheit, vor Geistern usw.) und Beklemmungen vor dem Tod treten zutage. Sie stehen scheinbar in enger Relation mit Schuldgefühlen des Kindes gegenüber nicht oder seiner Betrachtungsweise nach nicht genügend nachgekommenen Erwartungen der Eltern, die es seit dem Zeitpunkt frühester Kindheit her verinnerlicht hat.

Im Schulkindalter wird die eigene Geschlechtsrolle verinnerlicht; das Benehmen, die Motivation und ebenso die intellektuellen Betätigungen bekommen nun eine den sozialen Regeln über das Funktionsbild dazugehörende Richtung (Mädchen üben sich eher in musischer Richtung, Jungen realisieren technische Interessen; Mädchen sind adaptationsbereiter, Jungen angriffslustiger etc.). Die Identifikation mit der Geschlechtsrolle erfolgt zu Beginn über den gleichgeschlechtlichen Erziehungsberechtigten, darauffolgend ebenfalls über die Identifikation mit anderen Relationspersonen (Lehrer, Helden etc.).