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Sonntag03 Juli 2022

Schlüssel zum richtigen Essverhalten (Speisen mit Freude!)

Besinnen beim Diäten!

Wer schlank werden will, sollte beileibe nicht einzig seinen Wanst trainieren, statt dessen vor allem seinen Kopf. Wo doch hier der Schlüssel zum richtigen Essverhalten liegt. Die Lösung? Speisen mit Freude!
 
Mal wahrhaft: Seit wievielen Jahrzehnten gibt es Diät. Langjährig machen wir sie, eventuell gewiss nicht pausenlos, aber immer wieder. Als Adoleszent, als Studierende, als berufstätige Frau. Es gibt derer so reichlich viele: die Kohlsuppen-Diät,

die Du-kan-Diät, die Modifast-Diät, die Atkins-Schonkost, die Brigitte-Diät, die Hollywood-Star-Diät, die Glyx-Diät. Man muss hierbei ja nicht gleich gar so viel reduzieren, unter Umständen drei, möglicherweise fünf Kilogramm, aber: Wer hat bei diesen Prozeduren echt, persistent, abgenommen. Ob der Leib so radikale, stressige Dinge tatsächlich mag?

Das Einzige, was abnimmt, ist nämlich die Heiterkeit. Entsprechend der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sind 2,7 Millionen Leute bei uns ess-behindert, davon 90 V. H. Frauen. 50 Prozent der bis 18-jährigen jungen Frauen haben eine oder mehr als eine Diäten gemacht, 75 Prozent der Frauen haben Diäterfahrung, 15 V. H. kasteien sich durchgehend. Es gibt gar Hunderte Diäten, obgleich haben zwei von drei Leuten, denen der Arzt eine Diät verschrieben hat, nach sieben Monaten wiederkehrend ihr altes Gewicht oder selbst mehr.

Mager wird man von Diäten beileibe nicht. Lediglich resigniert. Durch die meisten Schonkosten verlernen die Menschen, sich veritabel zu beköstigen. Das Einverleiben wird zum Gegner, statt zum Kumpel. Jedes strikte Untersagung (Nichts Kohlenhydrate! Nichts Fett! Nichts Zucker! Nichts Alkohol! Null Kaffee!) steigert das Verlangen aufs Verbotene und führt zu Jo-Jo-Ergebnis."

Sowie ich schlank werden „muss", denke ich einzig noch an Einverleiben. Alltagsgeeignet sind Diäten oft auch keineswegs, vor allem falls man tierisch arbeitet, ausgeht oder reist. Also Innenbeschau notwendig: umdenken und sich fragen, was einen übergewichtig gemacht hat und macht, unmaßgeblich wie allerlei Un-gut-Kilogramm es sind. Rahmenbedingungen für Gewichts-Zuwachs sind: Bestimmende Erbfaktoren (Unbill...), Regungsdefizit (Faulheit?), falsche Routinen: Konsumieren aus Belastung, Enttäuschung, Langeweile (Kekse im Arbeitszimmer, Pommes-Chips vorm Bildschirm!). Oftmals ist Essen Ersatzzufriedenstellung oder emotionaler Trost.

In Erinnerung gerufen wir uns: Womit ist uns Tröstung gespendet worden, falls wir mal hingefallen sind? Mit Zuckerwaren. Womit vertrösten wir uns bei Liebesleid auf dem Diwan? Mit einem guten Tropfen oder Kakao. Warum nicht Vanilletee anstatt Wein? Shopping statt Naschkram? Man kann sich aneignen umzudenken. In der Verhaltenstherapie führen Patienten Ernährungsmemos und bloß durch die gewonnene Klarsicht, was sie alle Tage essen, verringern sie Gewicht. Es sind kleine Variationen, die auf Weile Großes formen! Wo doch was heilsam ist, frisches Lebensmittel, Gemüse, ausgewogenes Essen in Maßen, verstehen wir alle. Unsere Wahrnehmung, Selbstmitgefühl, also einfühlsame Handhabe mit uns selbst, ist wesentlich zur persönlichen Wohlbehagensfigur, die keinen Richtlinien, sondern lediglich dem eigenen Selbst langen muss. Man muss durchaus nicht schlanker werden, damit es einem gut geht.

Es ist andersherum: Es muss einem gut gehen, auf dass man schlanker werden kann! Entfetten erfordert geistige Stärke. Je passender man sich fühlt, desto simpeler nimmt man ab, da man als Folge abzielen kann, was gesund ist.

Was ist pläsierlich? Wenn man Körperertüchtigung betreibt oder Meditation macht. Falls einem am Morgen der Kaffee mit aufgeschäumter Milch (Kaffee, nochmals!) und die Vanillequarkspeise (Zucker, schon wieder!) mit frischen Erdbeeren (Obst, schon wieder!) beileibe nicht verpönt ist. Wenn Nudeln Pomodoro (und wieder: Kohlenhydrate!) essen und weiters mal ein Wein (nochmal, Alkohol!) trinken legitim ist.

Und wie abspecken? Die Pasta einzig gegen Mittag auskosten, am Abend noch pappsatt sein und zeitig ins Schlafen gehen. Gelegentlich ein klein bisschen Wein weniger trinken. Einzig dann speisen, wenn Kohldampf verspürt wird und aufhören, sobald Saturation eintritt. Auf Festen die Nacht durchtanzen. Auf dem Basar frisches Basilikum und Tomaten zulegen, um Mozzarella anzurichten. Abnehmen erfolgt, wenn die eigenen Bedürfnisse gerespektiert werden wird. Happy und ungezwungen sein, ohne Diät, mit einer Portion Lust und einem Hauch an gesundem Menschenverstand.

Schonkost und Untersagungen leisten es keinesfalls. Was hilft? Freude am und beim Essen!